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Dosisgrenzen & gefährliche Kombinationen

Die folgenden Maximaldosen stützen sich auf internationale Leitlinien und peer-reviewte Fachliteratur. Jenseits dieser Grenzen ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis in der Regel ungünstig.

MedikamentMaximale Tages-/WochendosisHinweiseQuelle
Transdermales Pflaster 400 µg/Tag Nur bei Monotherapie; 200 µg/Tag meist ausreichend ES 2017
Orales Estradiol (E2) 8 mg/Tag Die meisten Patientinnen erreichen den Zielwert bei 4 mg/Tag WPATH SOC 8
Orales Estradiolvalerat 10 mg/Tag ≈ 7,5 mg Estradiol-Äquivalent WPATH SOC 8
Topisches Gel 6 mg/Tag Resorption variiert stark; Dosierung nach Blutspiegeln ES 2017
i.m. Estradiolvalerat (EV) 5 mg/Woche Empfohlene Obergrenze; Einzelinjektion ≥ 10 mg ist untersagt Rothman 2024
MedikamentMaximale TagesdosisHinweiseQuelle
CPA (Cyproteronacetat) 12.5 mg/Tag ≥ 25 mg: Meningeom-Risiko steigt steil an; von EMA 2020 eingeschränkt Lee 2022; EMA 2020
Spironolacton 200 mg/Tag Höhere Dosen bringen keinen zusätzlichen antiandrogenen Nutzen, erhöhen aber das Hyperkaliämie-Risiko deutlich ES 2017; UCSF
Bicalutamid 50 mg/Tag Off-Label-Anwendung; für die routinemäßige GAHT nicht empfohlen Angus 2024; Neyman 2019

Eine ausführliche Pharmakologie findest du auf den jeweiligen Medikamentenseiten.

Ein zentrales Prinzip: Mit steigender Dosis nimmt das Risiko überproportional zu, während der Nutzen ein Plateau erreicht [1] .

  • Estradiol: Der Schritt von 100 auf 200 pg/mL bringt nur einen geringen Zugewinn an Feminisierung, der von 200 auf 400 pg/mL praktisch keinen zusätzlichen Nutzen mehr – während das VTE-Risiko deutlich steigt [2]
  • CPA: 5 mg und 50 mg unterdrücken Testosteron in ähnlichem Maße, doch 50 mg geht mit einem mehr als zehnfach höheren Meningeom-Risiko einher [3] [4]
  • Spironolacton: Der Schritt von 100 auf 200 mg bringt nur einen begrenzten zusätzlichen antiandrogenen Effekt, erhöht aber das Hyperkaliämie-Risiko deutlich [1]

KombinationRisikostufeHauptgefahr
CPA + Bicalutamid 🔴 untersagt Potenzierte Hepatotoxizität
Ethinylestradiol (EE) + jedes Schema 🔴 untersagt VTE-Risiko ≈ 20× gegenüber bioidentischem E2
Jedes Östrogen + Rauchen 🔴 untersagt Multiplikativer Anstieg des VTE-Risikos
Spironolacton + K⁺-Präparate 🔴 gefährlich Hyperkaliämie → Herzrhythmusstörung → plötzlicher Herztod
CPA + orales Estradiol 🟡 Vorsicht Potenziertes VTE-Risiko; transdermales E2 bevorzugen

Die folgenden Schemata kursieren häufig in Online-Trans-Communitys und weichen erheblich von den klinischen Leitlinien ab.